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Sportler und Medien - ein ambivalentes Verhältnis (Dressel, IPRB 2021, 121)

Schlagen Sie die Tageszeitung auf, werden Sie Bilder von Sportlern finden; öffnen Sie ein Nachrichtenportal im Internet, werden Sie Bilder von Sportlern finden; schalten Sie Ihr TV-Gerät an, werden Sie Bilder von Sportlern finden. Sportlerbilder sind überall. Doch, spielt sich das im rechtlich zulässigen Rahmen ab? Der folgende Beitrag zeigt, wie das ambivalente Verhältnis zwischen Sportlern und Medien auf Grundlage der §§ 22, 23 KUG aufgelöst werden kann. Ein normorientiertes Verständnis kann die Forderungen der europäischen Gerichte zur Sicherstellung eines ausreichenden Bildnisschutzes erfüllen.

1. Sportler und die Medien
2. Rechtliche Schwierigkeiten

a) Gesetzliche Regelungen
b) Entwicklung der Rechtsprechung
3. Auflösung
4. Auflösung des Interessenkonflikts bei Sportler-Bildern
5. Fazit


1. Sportler und die Medien

Sportler sind aufgrund ihrer sportlichen Leistungen Publikumslieblinge und Vorbilder für ganze Generationen. Die Medien nutzen dieses Interesse und zeigen die Sportler gerne auch bei Aktivitäten außerhalb des Sports. Die Sportler nutzen diese Plattform und teilen selbst Bilder aus ihrem Sportler- wie auch Privatleben. Es findet eine Medialisierung des Sports und eine Versportlichung der Medien statt.

Dieses Verhältnis führt allerdings zu Problemen: Einerseits nutzen Sportler die Medien und geben Einblicke in ihr Privatleben, andererseits gehen ihnen bestimmte Berichterstattungen zu weit. Manuel Neuer postet bspw. bei Instagram gerne Bilder aus seinem Urlaub. Die Verbreitung eines Videos, das ihm beim Singen eines politisch IPRB 2021, 122umstrittenen Liedes im Urlaub zeigt, wollte er hingegen gerne unterbinden.

Besonders die Entwicklungen der Technik und der sozialen Medien erschweren die Kontrolle über den Umgang mit Bildern. Ein Beispiel aus dem Jahr 2017 macht dies deutlich: Der Fußballprofi Marvin Plattenhardt hatte im Rahmen einer Autogrammstunde ein Foto mit einem Fan gemacht, welches dieser in den sozialen Medien verbreitete. Dies wäre wohl von einer (konkludenten) Einwilligung von Marvin Plattenhardt gedeckt. Der Fan war aber ein AfD-Politiker und das Foto wurde auf der Twitterseite der Partei AfD mit dem Hashtag „Glücksbringer“ gepostet. In diese Verwendung hatte Marvin Plattenhardt seines Erachtens nicht eingewilligt und ging gerichtlich dagegen vor.

Die rechtlichen Schwierigkeiten bei der Entscheidung über eine solche Frage und deren Auflösung – insbesondere im Bereich des Sports – werden im Folgenden dargestellt.

2. Rechtliche Schwierigkeiten
Die für die Beurteilung der Zulässigkeit einer Bildverbreitung relevanten Regelungen der §§ 22, 23 KUG existieren seit dem Jahr 1907 in unveränderter Form. Die Entwicklungen sowohl in der Technik als auch im gesellschaftlichen Verständnis müssen
 



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 20.05.2021 11:58
Quelle: Verlag Dr. Otto Schmidt

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