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Hat Obama Präsident Trump wirklich als Vollidiot bezeichnet? (Hoche, IPRB 2020, 240)

Die rasante Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz ermöglicht die Herstellung von Bildern, Ton- und Filmaufnahmen, die täuschend echt Geschehnisse wiedergeben, die in Wirklichkeit nie passiert sind. Es werden Personen gezeigt, die etwas tun oder sagen, was sie in Wahrheit nie gesagt oder getan haben. Nachfolgender Beitrag soll die Rechtsschutzmöglichkeiten für Betroffene aufzeigen und zugleich als Warnung dienen, nachdem im Internet längst Software kursiert, mit der derartige Deep Fakes in erstaunlich guter Qualität hergestellt werden können.

I. Was sind Deep Fakes?

II. Zivilrechtliche Ansprüche

1. Kunsturhebergesetz (KUG)

a) Anwendbarkeit

b) Voraussetzungen

2. Datenschutz (DSGVO/BDSG)

3. Allgemeines Persönlichkeitsrecht

4. Urheberrecht

5. § 823 BGB i.V.m. strafrechtlichen Normen

III. Strafrechtliche Sanktionen

1. § 33 KUG

2. Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, § 201a StGB

3. Kinder- und jugendpornographische Schriften, §§ 184b, 184c StGB

4. Beleidigung/üble Nachrede, § 185 ff. StGB

5. Datenschutz, § 42 BDSG

6. Urheberrecht, §§ 106, 108 UrhG

7. Weitere Straftatbestände

I. Was sind Deep Fakes?

Vereinfacht formuliert bezeichnet der Begriff „Deep Fake“ mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) modifizierte oder komplett neu generierte Foto‑, Video- oder Audioaufnahmen. Der Begriff ist eine Kombination aus „fake“ und „deep“ als Abkürzung für „deep learning“, einer Methode der KI, die anhand sehr großer Datenmengen trainiert, menschliche Gesichtszüge, Bewegungen und Stimmen zu erfassen und zu reproduzieren. Damit können in einem Bild oder Video Gesichter ausgetauscht oder die Stimme der abgebildeten Person durch eine maschinell generierte, der Originalstimme angepasste Stimme ersetzt werden und auch Lippenbewegungen und Mimik so angeglichen...


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 08.10.2020 09:59
Quelle: Verlag Dr. Otto Schmidt KG, Köln

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