Otto Schmidt Verlag

Aktuell im IPRB

Die Farbe als Label – Die Eintragungsfähigkeit von abstrakten Farbmarken (Wolsing, IPRB 2020, 90)

Wettbewerb belebt den Markt. Er fördert Innovation. Er fördert Qualität. Davon profitiert am Ende der Verbraucher. Doch je größer der Wettbewerb, umso größer die Herausforderung für Unternehmen, den Kunden zu erreichen. Dies gilt umso mehr in Anbetracht des Umstands, dass sich das Spielfeld der Wettbewerber stetig vergrößert. Um als Unternehmer die entscheidenden Treffer zu erzielen, ist es nicht mehr ausreichend, sich darauf zu verlassen, dass Verbraucher alleine aufgrund der Produkteigenschaften die gewünschte Entscheidung treffen. Um nachhaltig seinen Platz auf dem Treppchen zu sichern und den Absatz nicht vom Zufall abhängig zu machen, gilt es, Vertrauen in das dahinter stehene Unternehmen zu schaffen, damit die Vorzüge, für die es steht, unmittelbar auf die Produkte übertragen werden. Marken bilden die entscheidende Brücke zwischen Produkt und Unternehmen. Je kürzer der gedankliche Weg zum Unternehmen ist, umso größer der Vorsprung bei de Kundenentscheidung. Je abstrakter das Zeichen, umso stärker der Trumpf. Nachfolgend wird aufgezeigt, was bei der Eintragung von abstrakten Farben zu beachten ist und worin die Voraussetzungen für die Schutzfähigkeit bestehen.

I. Einführung

II. Voraussetzungen für die Schutzfähigkeit einer Farbmarke

1. Grafische Darstellbarkeit

2. Unterscheidungskraft

a. Originäre Unterscheidungskraft

b. Unterscheidungskraft durch Benutzung der Farbe

(1) Markenmäßiger Gebrauch

(2) Verkehrsdurchsetzung der Marke

(a) Nachweis des Bekanntheitsgrads

(b) Demoskopische Erhebung

III. Ergebnis

I. Einführung

Wortmarken sind wertvoll, wenn sie ein über das Kennzeichen hinaus gehendes Statement enthalten, das sämtliche Stärken eines Unternehmens verkörpert. Der Wettbewerbsvorteil wächst noch einmal, wenn schon der Anblick von Symbolen auf einem Produkt eine Verknüpfung zum Unternehmen schafft. Das große Los zieht daher, wer bereits durch die bloße Verwendung eines abstrakten Zeichens bzw. einer abstrakten Farbe eine Assoziation zu einer Produktreihe herstellt. Lila für die süße Versuchung von Milka, Blau für die unverzichtbare Hautpflege von Nivea, Magenta für die verlässliche Versorgung der Telekom und Rot für die Turbo-Ästhetik von Ferrari – schneller kann man den Verbrauchern die ihnen über Jahre vorgeführten Vorzüge nicht ins Bewusstsein rufen. Doch die Etablierung einer Farbe als Marke, mit der exklusive Rechte an der Nutzung einhergehen,...

 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 07.05.2020 09:19
Quelle: Dr. Otto Schmidt KG, Köln

zurück zur vorherigen Seite