Otto Schmidt Verlag

Aktuell im IPRB

Referenzbilder in der anwaltlichen Praxis (Rehfeldt, IPRB 2020,49)

In der Beratungspraxis kommen Unternehmen immer wieder mit der Frage: Kann ich meine Leistungen beim Kunden fotografieren und anschließend als Referenzen auf meiner Homepage und in den sozialen Medien veröffentlichen? Diese Frage ist nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Der nachfolgende Beitrag gibt eine Übersicht über die grundlegenden urheber‑, persönlichkeits- und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für die zulässige Aufnahme und Verwertung von Referenzbildern.

1. Ausgangslage

2. Referenzbilder und Urheberrecht

3. Exkurs: Urheberrechte von Arbeitnehmern

4. Referenzbilder und Persönlichkeitsrecht

a. Rechte an fremden Gegenständen

b. Persönlichkeitsrecht

5. Referenzbilder und Datenschutz (Überblick)

6. Fazit

1. Ausgangslage

Als fiktive Ausgangslage soll folgender Beispielfall herhalten: Ein Unternehmer (= Mandant) hat den Zuschlag für ein Bauprojekt (Sanierung von Innenräumen) erhalten und will sowohl den Baufortschritt als auch die fertige Leistung beim Kunden fotografieren. Die Bilder will er schließlich auf seiner Homepage und in den sozialen Medien veröffentlichen, ohne hierbei großen bürokratischen Aufwand zu haben.

Beraterhinweis

Bevor der Mandant über die einzelnen Rechte aufgeklärt wird, sollte vorab stets darauf hingewiesen werden, dass dem Kunden im Regelfall das Hausrecht (§§ 858ff, 1004 BGB, Art. 13 GG) zusteht und der Kunde in Folge dessen das Recht hat, Fotografien in den Innenräumen (und auf dem Grundstück) generell zu verbieten. Der Mandant sollte sich die entsprechende Einwilligung beim Kunden (nachweislich) einholen.

2. Referenzbilder und Urheberrecht

Sodann ist bei der Frage nach der Anfertigung und Zulässigkeit von Referenzbildern das Urheberrecht zu beachten. Nach § 1 UrhG genießt der Urheber von Werken der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst rechtlichen Schutz. Hierzu gehören gem. § 2 Abs. 1 UrhG...

 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 27.02.2020 11:10
Quelle: Dr. Otto Schmidt KG, Köln

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