Otto Schmidt Verlag

Aktuell im IPRB

 Urheberrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Verwendung von nicht-elektronischen Spielen in TV-Spielshows (Braches, IPRB 2019, 140)

Die redaktionelle Einbindung bereits auf dem Markt existierender Gesellschaftsspiele in TV-Spielshows wirft regelmäßig die Frage auf, inwieweit dadurch in Rechte Dritter (vor allem Spieleverlage und -autoren) eingegriffen wird. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Verwendung von nicht-elektronischen Spielen in TV-Shows und die dabei zu berücksichtigenden urheberrechtlichen Fragestellungen. Andere ebenfalls zu berücksichtigende Rechtsbereiche, wie insbesondere gewerbliche Schutzrechte werden nur kursorisch behandelt. Gerade im Hinblick auf die seit Jahrzehnten „heiß“ geführte Debatte über die urheberrechtliche Schutzfähigkeit von Spielen bietet der nachfolgende Beitrag naturgemäß nur einen groben, nicht vollständigen Überblick über die vor allem aus Sicht von TV-Sendeunternehmen und -Produzenten zu beachtenden urheberrechtlichen Fragestellungen.

I. Ausgangssituation

II. Die betroffenen Rechte

III. Zum Urheberrechtsschutz von Spielen

1. Das Spiel als „Werk“

a) Äußere Form

b) Innere Form (Spielregeln und Inhalt)

c) Zum Schutz von Spielideen

2. Urheberrechtliche Ansprüche

3. Freie Benutzung nach § 24 UrhG

4. Zitatfreiheit nach § 51 UrhG

a) Vorliegen des sog. Zitatzwecks

b) Berücksichtigung der ideellen, berechtigten Interessen des Urhebers

5. Unwesentliches Beiwerk?

6. Lizenzierung über Verwertungsgesellschaften?

I. Ausgangssituation

TV-Unterhaltungssendungen in Form von Spielshows, in denen zwei oder mehr Kandidaten in verschiedenen Spiel-Disziplinen gegeneinander antreten, erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit bei TV-Zuschauern, Sendeunternehmen und TV-Produzenten (so schon „Dalli Dalli“ von 1971 bis 1986 und heutzutage etwa „Schlag den Star“, „Luke! Die Schule und ich – VIPs gegen Kids“ u.a.).

Die jeweiligen TV-Redaktionen von Spielshows stehen regelmäßig vor der Herausforderung, sich immer wieder neue bzw. andere Spiele/Spielelemente einfallen zu lassen, um den Zuschauern stets etwas Neues bieten zu können. Um nicht jedes Mal „das Rad neu erfinden“ zu müssen und aufgrund deren Beliebtheit bzw. Bekanntheit greifen sie dafür häufig auf bereits auf dem Markt existierende Gesellschaftsspiele, wie etwa Brett‑, Geschicklichkeits‑, Strategie‑, Lern- oder Ratespiele zurück. Teilweise werden diese Spiele „1:1“ unter Verwendung des Originaltitels (z.B. „Memory“) in der Show verwendet. In der Regel jedoch werden die Spiele aus redaktionellen bzw. produktionstechnischen Gründen auf das Format „Fernsehen“ angepasst. Hierfür werden häufig Spielregeln vereinfacht und Spielelemente wie Spielfelder, Figuren, Farben, Vorrichtungen, Formen etc. verändert bzw. nachgebaut. Teilweise werden diese so veränderten Spiele dann unter einem anderen Titel (fiktives Beispiel: „Memo-King“) verwendet. Sowohl für die Sendeunternehmen und TV-Produzenten, aber natürlich auch für die jeweiligen Inhaber der Rechte an den verwendeten Spielen/Spielelementen stellt sich dabei regelmäßig die Frage, ob...


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 06.06.2019 11:02
Quelle: Dr. Otto Schmidt KG, Köln

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